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Projektbeschreibung Afghanistan

Projektbeschreibung
Zukunftsperspektiven für Afghanistan

Afghanistan ist ein Land reich an Edelsteinen feinster Qualität.
Dazu zählen die Königssteine Smaragd, Rubin und Saphir, sowie Lapislazuli, Turmalin, Aquamarin, Topas, Granat, Fluorit und besondere Quarze, wie z.B. der Fadenquarz.



Die Islamische Republik Afghanistan grenzt an Iran, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan, China und Pakistan. 75 % des Landes bestehen aus unzugänglichen Gebirgsregionen. Die Bevölkerung setzt sich aus vielen Ethnien und Stämmen zusammen, deren größter Paschtunen und Tadschiken sind. Fast 100 % der Bevölkerung sind Muslime.

Karte Afghanistan      Silk Road in Badagstan, Nord Afghanistan
  Silk Road in Badagstan, Nord Afghanistan

Diese Voraussetzungen und eine immer noch sehr angespannte politische Situation hinterlassen eine zerstörte Infrastruktur und traumatisierte Menschen ohne Hoffnung und Zukunftsperspektiven.

Mit Afghanistans Reichtum – den Edelsteinen - ließe sich Einiges an diesem Zustand ändern, allerdings liegt der offizielle Edelsteinhandel nahezu brach.
Schätzungen zufolge werden derzeit 98 % der Edelsteine als Rohmaterial illegal außer Landes geschmuggelt.
Und damit gehen Arbeitsplätze (Verarbeitung der Steine), Entwicklungschancen und Mehrwert dem Land und seinen Menschen verloren.

Gems are Fair
Das Projekt „Afghanistan“ der Initiative „Gems are Fair“
unter der Leitung von Herrn Abrahim Naeim hat sich
zum Ziel gesetzt, einen maßgeblichen Beitrag zu leisten,
diesen Zustand zu ändern und den fairen und legalen
Handel mit Edelsteinen aus Afghanistan zu fördern.



Foto Lapis
Lapislazuli aus Afghanistan

Langfristige Ziele:

  • Mit dem Aufbau einer Werkstatt soll die Möglichkeit geschaffen werden, einen Wirtschaftskreislauf in Gang zu setzen, der den Mehrwert im Land belässt.
  • Vermittlung von Edelsteinkunde, um Kenntnisse über Steinsorten und Fundorte  zu vermitteln. Die Menschen vor Ort sind an diesem Wissen sehr interessiert.
  • Schulungen in umweltfreundlichen, nachhaltigen Abbautechniken.
  • Schulungen in Edelsteinverarbeitung.
  • Schulungen in fairen Handelsstrategien und im Aufbau von Netzwerken.


Kurzfristig anvisiertes Ziel:

  • Anschaffung von Maschinen für die Errichtung einer Schleifwerkstatt, in der Menschen einfache Bohr- und Schleiferarbeiten erlernen und durchführen können. Möglichst zügig soll so eine Basis für den Handel geschaffen werden. Ziel ist es, ein 100-prozentig faires Endprodukt aus Afghanistan herzustellen und mit dessen Gewinn die Existenz von Familien zu sichern.


Nach intensiver Suche gelang es Abrahim Naeim bei seiner letzten Reise, 20 km vor Kabul den Hof „Chahr Asiab“ (übersetzt „Vier-Wasser-Mühlen“) aufzutun.
Die Familie Wadood – Vater, Mutter, 10 Söhne und eine Tochter – leben hier in einfachsten Verhältnissen.
Die Jungen mit Schulabschluß haben aufgrund der katastrophalen wirtschaftspolitischen Lage im Land keine Perspektive hinsichtlich einer Ausbildung oder Arbeitsstelle.
Die Aussicht auf eine Ausbildung und Arbeitsstelle in einer Edelstein-Schleiferei auf dem Hof ist deshalb mit großen Hoffnungen verbunden.

Werkstatt

Als nächster Schritt ist geplant, daß Abrahim Naeim und Hans Freytag (Edelsteinschleifer aus Idar-Oberstein) nach Afghanistan reisen, um mit der Einrichtung der Werkstatt und der Unterweisung der Lehrlinge zu beginnen.
Die benötigten Maschinen werden gemeinsam mit Herrn Freytag unter dem Aspekt einer einfachen und dennoch sorgfältigen Verarbeitung der Steine ausgewählt.
Dabei handelt es sich für den Anfang um eine Gravurspindel und Zubehör, mit der die in Europa sehr begehrten Freesize-Formen hergestellt werden können.

GravurspindelFür den Erwerb dieser Gravurspindel werden die ersten Spendengelder der Firma Marco Schreier eingesetzt.

Der Edelsteinhändler Noor Ahmad aus Kabul wird der Kooperationspartner vor Ort sein und die weiterführende Anleitung und Betreuung übernehmen. Sein langjähriges Engagement für fairen Edelsteinhandel, fundierte Kenntnisse über Herkunft und Verarbeitung der Steine sowie seine Kontakte zu Minen-Eignern und Kooperativen vor Ort, sind für das Projekt von unschätzbarem Wert.

Mit den ersten geschliffenen Steinen soll dann der Verkauf in Deutschland anlaufen. Als Abnehmer kommen z.B. Edelsteinhänder, Messebesucher oder Eine-Welt-Läden in Betracht.

Desweiteren ist geplant, über eine Website einen Internethandel zu etablieren. Auf dieser Seite soll es interessierten Menschen auch möglich sein, sich über den aktuellen Stand der Projektentwicklung zu informieren.